Cheggio
Cheggio ist ein kleines, altes Bergdorf in den italienischen Alpen.
Es liegt mitten im Valle Antrona, ca. 150m oberhalb der Talstrasse auf 750m Höhe und ist nur zu Fuß erreichbar. Es gehört zu den „unsichtbaren Dörfern", deren Natur- steinhäuser vor dem Felsen im Hintergrund verschwinden und die von dem sie dicht umgebenen Laubwald dem suchenden Blick vom Tal aus weitgehend verborgen bleiben. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg wohnten hier die von den Kelten abstammenden Italiener dieser Gegend mit zahlreichen Kindern, Kühen, Schafen und Ziegen. Sie bauten Roggen, Kartoffeln, Wein und Hanf für die Kleidung an, machten reichlich Heu und kultivierten die großen Maronenbäume am weit hinauf terrassierten Hang. Bis auf 2000m Höhe fand der Alpbetrieb statt, von dem noch die unzähligen Hütten und Ställe am Südhang zeugen.

Nach dem Krieg, in dem die verschiedenen Partisanengruppen für einige Monate ganz Ossola vom deutschen und italienischen Faschismus befreit hatten, leerten sich die Bergdörfer, die abseits der Strassen lagen. Die Jugend zog es in die Städte, die Männer in die Fabriken und die alten Leute gaben in den harten Wintern mit bis zu zwei Metern Neuschnee schließlich auf, da der Arzt nur noch fuhr, wohin sein Fahrrad ihn trug.
Cheggio wurde gänzlich verlassen und verfiel zunehmend, bis einige deutsche und schweizer Pioniere sich dort in den 90er Jahren ansiedelten. Mauern, Wege, Treppen wurden saniert, Ruinen wieder aufgebaut, die alten Natursteinhäuser renoviert und Ställe in Wohnhäuser verwandelt. Der wuchernde Wald und die Brombeeren wurden zurückgedrängt und Wiesen, Gemüsegärten, Blumenbeete, Spielflächen und Essterrassen geschaffen.
Trotz Modernisierung blieb der ursprüngliche Charme des alten Dorfes mit seiner kleinen Kirche erhalten.
Inzwischen wohnen vier Familien das ganze Jahr über in Cheggio und schicken ihre Kinder auf die italienischen Schulen in Antrona und Domodossola. Ihre Häuser werden zunehmend luxuriöser mit Strom, Gas, Telefon, Computer, Holzzentralheizung und fließend Warmwasser, z. T. aufgrund der Solarpanele auf dem Dach.
So lässt es sich mittlerweile als Gast wie als Bewohner in Cheggio sowohl einfach und naturverbunden als auch recht modern und komfortabel leben.
Zu erreichen ist das idyllische Dorf in ca. 15 min. zu Fuß vom Parkplatz an der Seilbahn, die dem Gepäcktransport dient. Siehe Anreise.